Gansu
Gansu, chinesisch 甘肅 / 甘肃, ist eine der 22 Provinzen der Volksrepublik China. Sie reicht von Zentralchina bis in den Nordwesten des Landes, dort hat die Provinz eine kurze Grenze zur Mongolei.
Im Nordwesten liegt die Provinz Xinjiang, im Osten liegen die Innere Mongolei, Ningxia und Shaanxi, im Süden und Westen liegen Sichuan und Qinghai. Mit ihren 390.000 Quadratkilometern gehört Gansu zu den größten Provinzen Chinas.
Bereits im Altertum war die Region unter dem Namen Gansu oder Hexi bekannt, was so viel wie “westlich des Flusses” bedeutet. Damit ist der gelbe Flusses Huang He gemeint, an dessen Mittellauf die Provinz liegt.
Die Lössgebiete des Flusses gehören zu den Wiegen der chinesischen Gesellschaft, in den trockenen Gebieten im Nordwesten Gansus liegt der Beginn der berühmten Seidenstraße.
Gansu liegt insgesamt recht hoch, der größte Teil auf mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen liegt das bis zu 5500 Meter hohe Qilian-Gebirge. Im Osten befinden sich die Wüsten Gobi und Alashan.
Das Klima ist ein gemäßigtes Monsunklima im südöstlichen Teil der Provinz und ein kontinentales im Rest. Die Temperatur bewegt sich zwischen -14 bis 3°C im Winter und bis zu 27 °C im Sommer. Die Hauptstadt der Provinz ist das in Europa recht unbekannte Lanzhou, weitere Städte sind Tianshui, Yumen, Jiayuguan, Dunhuang, Pingliang und Jinchang.
Das Gebiet der Provinz war in der Geschichte Chinas oft umkämpft, während der Han-Dynastie gab es einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung durch die Seidenstraße und den Handel der getrieben wurde.
Um 200 n. Chr. gab es einige kriegerische Auseinandersetzungen, es ging wirtschaftlich bergab. In dieser Zeit kam allerdings der Buddhismus ins Land, vermutlich wurde er dort nur so schnell beliebt, weil die Menschen Halt suchten in einer schwierigen Zeit.
Zeugen dieser Epoche sind die Mogao-Grotten und der Bingling-Tempel. Bis zum vierten Jahrhundert n. Chr. erholte sich die Wirtschaft wieder, nur um dann erneut wegen kriegerischer Handlungen zum Erliegen zu kommen.
Erst die Sui und nach ihnen die Tang ließen das Gebiet wieder erstarken, in dieser Zeit wurden auch die Abschnitte der großen Mauer auf dem Gebiet von Gansu errichtet. Während des 10. und 11. Jahrhunderts übernahmen die buddhistischen Tanguten die Herrschaft und versuchten später als westliche Xia-Dynastie ganz China zu unterwerfen.
1227 wurden sie von den Mongolen geschlagen, diese begründeten die Yuan-Dynastie und gliederten Gansu wieder ins chinesisch Reich ein. Bis in die jüngste Geschichte hinein war das Gebiet des heutigen Gansu immer wieder Schauplatz von Querelen und Kämpfen.
Die Region ist recht dünn besiedelt, etwa 25 Millionen Menschen leben hier, viele davon gehören den nationalen Minderheiten an. Gansu gehört zu den ärmeren Regionen Chinas, obwohl auch hier in den letzten Jahren ein Wirtschaftswachstum von um die 8 Prozent zu verzeichnen war.
Die Wirtschaft stützt sich auf Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. Auch der Tourismus ist eine Einnahmequelle mit steigender Wichtigkeit. In Gansu befindet sich das westliche Ende der großen Mauer aus dem Jahre 1372.
In Dunhuang locken Attraktionen wie Kamelreiten, Dünensurfen und Touren mit dem Jeep. Zudem gibt es die Mogao-Grotten, südlich von Lanzhou den Ort Xiahe und das Labrang-Kloster.
