Fujian / Fukien
Fujian, chinesisch 福建省 Fujian Sheng oder in der alten Umschrift auch Fukien, ist eine der 22 Provinzen der Volksrepublik China. Sie liegt im Südosten des Landes und hat ihren Namen aus der Tang-Dynastie. Damals wurden die Namen der beiden Städte Fuzhou und Jian’ou zu Fujian zusammengesetzt.
Die 121.400 Quadratkilometer große Provinz Fujian gibt es noch einmal in der Republik China, also in Taiwan. Zu ihr gehören die beiden Inselgruppen Quemoy (金門 / 金门 Jinmen) und Matsu (馬祖列島 / 马祖列岛 Mazu liedao) direkt vor der Küste des Fujian der Volksrepublik China.
Die Hauptstadt von Fujian ist Fuzhou, die Proving grenzt im Norden an Zhejiang, im Westen an Jiangxi und im Südwesten an Guangdong. Im Osten und Süden liegen das Ostchinesische Meer, das Südchinesische Meer und die Taiwanstraße. Durch die vielen Halbinseln und Buchten ergibt sich eine Küstenlänge von über 3000 Kilometern.
Das Hinterland ist recht bergig und mit viel Wald bestanden. Die höchste Erhebung der Provinz ist mit 2100 Metern Höhe das Wuyi-Gebirge, der längste Fluss ist der 580 Kilometer lange Min. Es leben gut 36 Millionen Einwohner hier, das ergibt eine für chinesische Verhältnisse sehr dichte Besiedelung, die meisten Menschen drängen sich zudem auf recht kleiner Fläche.
Einige der größeren Städte Fujians sind auch im Westen bekannt, entweder aus Reiseberichten oder aus den Wirtschaftsnachrichten. Einige davon sind an der Küste Fuzhou, Putian, Quanzhou, Xiamen, Zhangzhou und im Hinterland Nanping, Sanming und Longyan.
Das Klima in Fujian ist subtropisch, die Temperaturen liegen zwischen 17 und 21°C, es regnet zwischen 1100 mm und 2000 mm im Jahr, zwischen Mai und September gibt es eine Regenzeit.
Interessant ist die Verteilung der Sprachen, die lokalen Dialekte variieren aufgrund der bergigen Region teilweise alle 10 Kilometer. Und die Dialekte sind nicht etwa nur leichte Abwandlungen wie zwischen Bayrisch und Hessisch, sondern oftmals völlig verschiedene Sprachen.
Die durch ihre markanten Rundhäuser recht bekannte Volksgruppe der Hakka hat sich beispielsweise ihre eigene Sprache bis heute erhalten, während andere Gruppen sich mittlerweile dem offiziellen Mandarin zumindest angeglichen haben.
Wirtschaftlich steht Fujian heute sehr gut da, obwohl die Provinz noch 1978 die ärmste Küstenprovinz Chinas war. Durch die wirtschaftliche Liberalisierung nach 1978 ging es dann aber schnell bergauf. Das wurde hauptsächlich durch hemmungslose Industrialisierung und große Investitionen in die Infrastruktur erreicht, ausländische Investitionen wurden speziell in den Sonderwirtschaftszonen stark erleichtert.
Touristisch ist die Region auch im Kommen, etwa 2 Millionen Touristen kommen pro Jahr, davon etwa ein Viertel Ausländer.
