Die Zeit- und Altersberechnung in China
In China läuft der Zeitplan anders: Nicht nur der Jahreswechsel findet zu einem anderen Zeitpunkt, nämlich rund zwei Monate nach unserem Silvester, statt – auch das Lebensalter der Menschen wird anders berechnet. In China ist man offiziell immer ein Jahr älter als bei uns.
Wer bei uns noch minderjährig ist, ist in China 18 Jahre alt
Das bedeutet konkret: Wenn ein ein Chinese das Alter von 18 Jahren angibt, ist dies nach der Rechnung in seiner Heimat völlig korrekt. Bei uns aber gälte dieselbe Person als minderjährig – denn nach unserer Rechnung wäre sie erst 17 Jahre alt. An sich wäre das wohl kein Problem. In diesem Beispiel aber ist der Unterschied von hoher Relevanz in rechtlicher Hinsicht. Da wir stets das Geburtsdatum als Ausgangspunkt verwenden, ist die Problematik grundsätzlich nur theoretischer Natur. Der Unterschied in der Berechnung liegt darin, dass in China jene Jahre gezählt werden, in denen eine Person gelebt hat. Wer 2012 geboren wird, ist 2012 ein “Jahr”. Laut Übersetzung wäre es 1 “sui” – und ein “sui” ist nicht dasselbe wie ein Lebensjahr. Demnach ist dieses Baby 2013 schon “2 sui”.
Hier gibt es noch einen weiteren Unterschied: Nachdem das neue Jahr nicht am 1. Januar beginnt, sondern erst Ende Februar, wird in China auch erst ab diesem gerechnet. Es geht strikt nach Kalenderjahren: Ein Anfang Februar 2012 in Europa geborenes Kind ist in China im März 2013 “3 sui”. Im Gespräch mit in China lebenden Personen über das Alter, können daher manche Missverständnisse entstehen. Auch Neujahr, dort das sogenannte “Frühlingsfest” wird ausgiebiger gefeiert als bei uns: Dies dauert 15 Tage lang.
