Regime nervös – Zensur im Internet verstärkt
Die chinesische Bevölkerung erlebte einen Schock am Bildschirm: Seitdem die sozialen Medien natürlich auch dort ungebremst und gerne genutzt wurden, gab es mit Anfang April 2012 eine starke Einschränkung der Diskussionen. Die Regierung befürchtet die Formierung eines Putschs. Mit Frustration und Angst vor einer möglicherweise gänzlichen Abschaltung des Internets reagierten die User, die sich freilich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen.
Säuberungsaktion im Word Wide Web
Zuvor fanden wilde Spekulationen über einen Putsch statt. Daher wurde eine großangelegte Säuberungsaktion ins Leben gerufen, die fürs Erste andauern soll. Ob es sich um ungewöhnliche Militärbewegungen oder sonstige Machtkämpfe handle, ist unklar. Ein User gab seine Meinung dahingehend kund, indem er Pressefreiheit als die Lösung des Problems von Gerüchtebildung sieht – würde objektiv und vielseitig berichtet werden, gäbe es auch keinen Platz für Gerüchte, die es zu bekämpfen gilt. Twitter und Facebook sind in China ohnehin gesperrt. Es gibt aber die chinesischen Plattformen “Weibo, Sina und Tencent”. Dort wurde die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen, generell gesperrt. Im Twitter-ähnlichen Weibo sind lange Diskussionen nicht mehr möglich, nur mehr vereinzelte Weiterleitungen können stattfinden.
Aufgrund der geringen Anerkennung von zensierten Medien, welchen die Bevölkerung keine hohe Aussagekraft beimisst, wurde “Weibo” zum wichtigsten Medium für sie. Von den gesamten Nutzern des Internet – dabei handelt es sich um eine Zahl von 500 Millionen Haushalten – verwenden knapp die Hälfte mit 200 Millionen “Weibo” für die Einholung von Informationen. Es wurde bisher nur standardmäßig zensiert, doch in den letzten Wochen entwickelte sich eine umfassende Diskussion rund um die Absetzung von Bo Xilai und mutmaßlicher Polit-Spannungen.
