Tibet: Das andere China
Häufig wird das autonome Gebiet Tibet als ungeliebter Stiefbruder der großen Volksrepublik China bezeichnet, vor allem weil es völkerrechtlich immer wieder Spannungen gibt. China selbst sieht es als festen Bestandteil des Staates an, Tibet selbst hält sich für unabhängig.
Und auch international ist der Status des Gebiets umstritten. In Deutschland gilt es als Teil des chinesischen Staatsverbands, die USA bezeichnen es als besetztes Land mit dem Dalai Lama als Staatsrepräsentanten.
Aber wie auch immer das eigene Urteil über den Status der Himalaya-Region ausfällt, eins steht fest: Selbst wenn es ein „Stiefbruder“ ist, so ist es doch ein ziemlich hübscher. Das sieht auch das chinesische Volk so und besucht Tibet seit einigen Jahren rege.
Die jährlichen Touristenzahlen liegen im Millionenbereich, vor allem seitdem 2006 die Lhasa-Bahn ihren Betrieb aufgenommen hat und eine tägliche, 48 Stunden dauernde Bahnverbindung von Peking aus anbietet. Bisher kommen nur etwa zehn Prozent der Besucher aus dem Ausland, doch auch diese Zahl steigt stetig.
Kein Wunder: Das Hochland von Tibet erstreckt sich durchschnittlich auf einer Höhe von 4.500 Kilometern und gilt damit als höchstgelegene Region der Welt bzw. das „Dach der Welt“. An keinem anderen Ort gibt es derartige Ausblicke auf die Gipfel und Täler des Himalaya.
Doch nicht nur die Natur macht Tibet zu einem magischen Ort. Auch die Jahrtausende alte Kultur fasziniert. Sie lässt sich zum Beispiel bei einem Streifzug durch die Hauptstadt Lhasa entdecken. Das wichtigste Heiligtum ist der Jokhang-Tempel aus dem 7. Jahrhundert, der älteste Tempel Tibets.
Beeindruckend ist auch die Winterresidenz des Dalai Lama. Der Potala-Palast teilt sich in den Weißen und den Roten Palast und ist eine tolle Anlage, die Besuchern nicht nur die Kunst und Architektur Tibets näherbringt, sondern von der Dachterrasse auch eine schöne Aussicht auf das umliegende Tal gewährt.
