Hutongs in Peking
Wer nach Peking reist, den locken vor allem die großen Sehenswürdigkeiten: Die Verbotene Stadt, der Tianan’men Platz, der Sommerpalast und natürlich der nahegelegene Abschnitt der Großen Mauer in Badaling.
Als Besucher sollte man jedoch auch unbedingt einen Blick über den gewöhnlichen Sightseeing-Tellerrand wagen und durch die alten Hutongs bummeln. In den kleinen, engen Gassen, die ein scheinbar unendliches Labyrinth aus Wegen bilden, findet noch immer ein wichtiger Teil des wahren Lebens in Chinas Hauptstadt statt.
Die Gassen sind gesäumt von meist ebenerdigen, einstöckigen Wohnhäusern, in denen die Familien meist schon seit Generationen leben. Man kann sich also vorstellen, dass man hier abseits der großen Geschichte der Stadt viele kleine Geschichten der Einwohner erleben kann. Toll ist zum Beispiel eine Rikschafahrt durch das Gassengewirr.
Das Wort „Hutong“ stammt aus dem Mongolischen und bedeutet so viel wie „Quelle“. Der Grund: Früher haben sich die Hutongs vor allem in der Nähe von kleinen Brunnen oder Wasserquellen gebildet. Inzwischen werden die kleinen „Dörfer in der Stadt“ immer seltener, da der Wohnraum in Peking knapp wird und sie daher häufig modernen Hochhäusern weichen müssen.
Umso besonderer sind die Hutongs, die noch existieren. Man schätzt die Zahl heutzutage noch auf rund 3.000. Zur Zeit gibt es in Peking die Überlegung, die verbliebenen Gassen in eine Art Freilichtmuseum umzufunktionieren. Dem gegenüber steht jedoch der Plan, ein Stück außerhalb des Stadtkerns neue Hutongs im alten Stil aufzubauen, um diese tiefe Tradition des früheren Großstadtlebens zu erhalten und auch für zukünftige Peking-Besucher erlebbar zu machen.
