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Familienplanung bei Ein-Kind-Politik


Die Ein-Kind-Politik Chinas prägt die Gesellschaft dahingehend, indem der höchste Stellenwert im Leben der Chinesen in der Regel ihrer Elternschaft zukommt. Niemand stellt sich die Frage, ob er einen Nachkommen möchte. Den richtigen Zeitpunkt zu finden und umzusetzen, lässt man sich daher gerne etwas kosten. Die Nachfrage bei entsprechenden Einrichtungen, welche Leistungen anbieten, ihren Kunden jetzt zum Eintritt einer Schwangerschaft zu verhelfen oder diese zu verhindern, entwickelte sich zu einem nachhaltig florierenden Geschäftszweig.

Innere Distanz zur Anti-Baby-Pille

Erhältlich ist auch in China die wohl einfachste Form zur Familienplanung – die Anti-Baby-Pille. Die generelle Haltung der Bevölkerung zu Medikamenten ist jedoch anders als im Westen. Man wächst dort unter Präferenz zu traditionellen, chinesischen Heilmethoden auf und bedient nur ungern und subsidiär die Medizin. Damit lässt sich die regelmäßige Einnahme eines Medikamentes, wie der Anti-Baby-Pille, nicht vereinbaren. Darüber hinaus wird sie der westlichen Medizin zugeordnet und hat dadurch einen schlechteren Status. Eine innere Hemmschwelle oder moralische Bedenken gegen Abtreibung ist weniger stark ausgeprägt. In den Städten wächst man unter sichtbarer Dominanz der Werbung von Abtreibungskliniken auf.

Spielt die Natur beim Kinderwunsch nicht zeitgerecht mit, wird der Druck durch das soziale Umfeld so groß, sich kostenintensive Hormonbehandlungen, künstliche Befruchtung aber auch Betreuung für Schwangere zu leisten. Der Markt rund um Schwangerschaft boomt – eben auch zur Vermeidung einer solchen zum falschen Zeitpunkt.

Jungen um 100.000 €

Trotz gesetzlichem Verbot finden sich Leihmutter-Agenturen, die das gewünschte Geschlecht um 100.000 €, bei geschlechtsneutralem Auftrag ab 15.000 €, anbieten. Die gezeugten Embryonen, welche nicht dem Wunsch entsprechen, werden abgetrieben.

Indes betreibt die Politik am Land aktive Bewusstseinsbildung. Denn dort herrscht noch die eindeutige Bevorzugung männlicher Nachkommenschaft vor und führte zu einem massiven Rückgang des weiblichen Bevölkerungsanteils. Selbst durch das an die Mediziner gerichtete Verbot, den Eltern das Geschlecht der Ungeborenen mitzuteilen, konnte insofern noch nichts bewirkt werden.

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