Hainan, Chinas Mallorca
Wer an China denkt, denkt an Kultur, Wirtschaft oder Naturschönheiten, aber eher selten an Sonne, Strand und Meer. Aber auch das kann China bieten und zwar in der Provinz Hainan (chinesisch Hainan Sheng), ganz im Süden der Volksrepublik.
Die Provinz besteht aus einigen Inseln, die größte davon heißt ebenfalls Hainan (Hainan Dao). Die Hauptstadt des 34.380 Quadratkilometer großen Eilandes ist Haikou.
Im April 1988 wurde die Provinz eigenständig und zu Chinas größter wirtschaftlicher Sonderzone ernannt, um die dort vorherrschende Armut zu lindern. Das zog zwar zunächst Korruption und allerhand dubiose Geschäftsleute an, aber auch ausländisches Kapital. Das sorgte für schnelles Wachstum und heute ist die Insel eines der beliebtesten Tourismusziele Chinas.
Zunächst kamen zwar allenfalls Rucksacktouristen, aber seit einigen Jahren wird die touristische Infrastruktur massiv ausgebaut und Hainan wandelt sich zum Hawaii oder wahlweise auch Mallorca Chinas.
Besonders die Stadt Sanya zieht jedes Jahr mehr Touristen an, in 2007 waren es schon 500.000, 30 % mehr als im Vorjahr. Luxushotels entstehen, über 20 Golfplätze gibt es schon und der Phoenix International Airport wird mehr und mehr zum Ziel von nationalen und internationalen Charterflügen.
Vor allem die weiten Sandstrände und das tropische Klima ziehen die Menschen in Badeorte wie die Yalong Bucht oder den Ort Dadonghai, beide in der Nähe von Sanya. Und das obwohl die meisten Chinesen weder sonderlich gerne baden, noch sich der Sonne aussetzen.
Sonnenbräune oder gar Sonnenbrand sind in China immer noch ein Zeichen dafür, dass der betreffende offenbar ein Bauer ist, der sich nicht vor der Sonne schützen kann. So sieht man in Hainan viele chinesische Urlauber mit Sonnenschirmen oder weiten Umhängen.
Aber nicht nur Strandleben sondern auch einige heiße Quellen und eine wunderschöne Landschaft finden sich auf der Insel. Tolle Berglandschaften, wunderschöne Gärten und malerische Flüsse mit Palmen an ihren Ufern sind zu sehen.
Auch die Hauptstadt Haikou, auch Koskosnuss-Stadt genannt, hat einiges zu bieten. Neben dem für die Region wichtigen Hafen finden sich einige historisch bedeutende Gebäude. Darunter der “Tempel der fünf Beamten”, der zu Ehren von fünf Beamten der Tang- und der Song-Dynastie erbaut wurde, die damals zu Unrecht verbannt wurden.
Oder das Grab des Hai Rui, einem aus Hainan stammenden Beamten der Ming-Dynastie. Dieser war für seine Ehrlichkeit bekannt und setzte sich Zeit seines Lebens für die lokale Bevölkerung ein.
Auch eine Festung existiert hier noch, sie wurde 1891 errichtet um China gegen die Franzosen zu verteidigen. Unter Anderem können hier die fünf gut erhaltenen Kanonen besichtigt werden.
