Badminton WM – Mehr als nur ein Volkssport in China
Bei der gerade beendeten Badminton WM hat China erneut nichts anbrennen lassen. Bereits zum vierten Mal in Folge konnte sich das Team den Weltmeistertitel in der Mannschaftswertung sichern. Im Finale gewannen die Chinesen vor heimischem Publikum in Qingdao mit 3:0 gegen Dänemark und machten so ihren insgesamt achten Titel klar.
China ist seit Jahren eine Supermacht im Badminton. Egal, welche Weltranglisten oder Ergebnisse von Olympischen Spielen man sich anschaut – Fernost ist immer ganz oben mit dabei. Badminton genießt hier eine ähnliche Beliebtheit wie der Fußball in Deutschland und das, obwohl die Sportart ursprünglich gar nicht von hier, sondern aus Indien und England stammt.
1872 wurde ein britischer Kolonialoffizier aus Indien auf den Landsitz Badminton eingeladen und stellte dort das Rückschlagspiel »Poona« vor, das er von dem Subkontinent mitgebracht hatte. Das Spiel erfreute sich großer Beliebtheit und wurde in der Folgezeit vor allem in Kirchen ausgeübt, da das Mittelschiff eines Gotteshauses genügend Platz für den Federball bot. Die Zuschauer saßen auf den Kirchenbänken und feuerten ihre Teams an. 1893 gab es dann den ersten Badmintonverband und sechs Jahre später wurden zum ersten Mal die »All England Championships« veranstaltet, die heute zu den traditionsreichsten Turnieren überhaupt zählen.
Seit 1977 finden Weltmeisterschaften im Badminton statt. Während in den ersten Jahrgängen noch keine chinesischen Namen unter den Gewinnern auftauchten, steht seit 1983 immer mindestens ein Chinese in den Kategorien Damen, Herren, Doppel und Mixed an erster Stelle.
In Sachen Sport hat China sowieso mehr zu bieten als man hierzulande annimmt, sogar Fußball wird gespielt und natürlich Golf. Letzteres ist stark im Kommen, sogar aus dem Ausland kommen schon golfbegeisterte Urlauber. So fährt man, möchte man hipp sein, nicht mehr ins Golfhotel Österreich sondern ins Golfhotel China.
Foto von Jason Powers
