Volkskongress in China – mehr soziale Gerechtigkeit
Nach einem Zeitungsbericht der “China Daily” wird es in Peking zukünftig keine Werbeplakate von Luxusgütern geben. Sie werden einfach strengstens verboten und wer sich nicht an die Anordnung hält, muss mit einem Bußgeld von umgerechnet 3.300 Euro rechnen.
Betroffen sind davon nicht nur inländische, sondern ebenso ausländische Werbeplakate. Seit letzter Woche sind demnach Reklamewörter wie “königlich” und “hochwertig” nicht mehr erlaubt.
Eine Maßnahme, die aus den Entscheidungen des in dieser Woche endenden Volkskongresses in China resultiert, wenn auch gleich nur eine geringfügig Bedeutende. Einer der Kernpunkte des nun auf dem Kongress beschlossenen Fünf-Jahres-Plan ist die soziale Gerechtigkeit im Land selbst.
Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage der Volksrepublik, haben Zweifel an den Maßnahmen für eine bessere Lebensgrundlage der Bevölkerung durchaus ihre Berechtigung. Das Grundprinzip des Kommunismus – alle sind gleichgestellt – geht sich in vielen Punkten China ebenso wenig aus wie in der ehemaligen deutschen Demokratie.
Nur mit dem Unterschied, dass die Wirtschaft der Volksrepublik funktioniert – sogar viel zu gut heranwächst. Knackpunkt ist aber ein anderer – das klassische Problem der Schneise zwischen Arm und Reich. Während ein Wanderarbeiter für umgerechnet 128 Euro im Monat seinen Lebensunterhalt verdienen muss, leben auf der anderen Seite in China die meisten Dollar-Millionäre.
Das chinesische Einkommensgefälle ist nicht nur spürbar, sondern ist anhand des so genannten Gini-Koeffizient (statistische Messung der Ungleichheit von z.B. Einkommen) faktisch vorhanden. Schon vor fünf Jahren hat China die kritische Grenze von 0,4 überschritten, was wiederum dazu führen kann, dass eben durch das Ungleichgewicht der innere Frieden gestört werden kann.
Das führt zu einer unruhigen Stimmung innerhalb der Regierung, die angesichts der derzeitigen Proteste im Land wohl auch verstärkt wird. Also muss etwas getan werden – mehr soziale Gerechtigkeit.
