China, faszinierendes Reiseland und Wirtschaftsgigant. Alles zu China und zur Reise nach China

China – die Disharmonie zwischen Kapitalismus und Kommunismus


China – auf der einen Seite die zweitstärkste Wirtschaftsmacht weltweit, auf der anderen Seite ein kommunistisch geführtes Land. Beides für sich schon ein Extrem, beide zusammen – extreme Gegensätze.

Kann also Kommunismus und Kapitalismus nebeneinander harmonieren? Im Falle von China wird in den derzeitig stattfindenden Zugeständnissen – besonders gegenüber der westlichen Welt -deutlich, dass beide Extreme so nicht gleichzeitig bestehen können ohne einander in Zwiespalt zu geraten. Dabei ist es nicht unbedingt die westliche Welt, dessen Kritik an Chinas politischem Führungsstil nicht gerade leise vernehmbar ist, vielmehr spielt sich die Disharmonie zwischen Kommunismus und Kapitalismus im Land selbst ab.

Abgesehen von den aktuellen Demonstrationen in China, sind es eher die kleinen, fast schon lautlosen Änderungen seitens der chinesischen Regierung – so als solle man sie nicht hören. Die Ein-Kind-Politik ist dafür ein gutes Beispiel. Im Jahr 1979 wurde sie in China eingeführt und sollte dafür sorgen, dass das Land nicht überbevölkert. Davon betroffen waren weder die dort lebenden Minderheiten und in ländlichen Gebieten durfte man ebenfalls zwei Kinder bekommen.

In den Städten hat sich dann auch mit den Jahren die Reglung durchgesetzt – aber nicht ohne Folgen. Stark geprägt von Traditionen wollten Eltern unbedingt einen männlichen Nachkommen. Mädchen hingegen wurden in Heime abgegeben, oder bereits während der Schwangerschaft abgetrieben. Die chinesische Regierung reagierte darauf und erließ das Verbot, dass man während der Schwangerschaft nicht das Geschlecht des Kindes feststellen durfte. Ohne sichtlichen Erfolg allerdings.

Auch die Vergünstigungen, wie der Erlass des Schulgeldes für Mädchen, brachte nicht viel. Nun geht China einen Schritt weiter und möchte die Ein-Kind-Politik lockern und daraus eine Zwei-Kind-Politik machen. Nicht nur aufgrund der hohen Abtreibungsrate, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen, schließlich wird die Gesellschaft immer älter.

Und beim Thema Wirtschaft wird es ebenfalls wieder deutlich. Während in Libyen die blutigen Unruhen vorherrschen, Europa in Staatskrisen versinkt und die USA gerade noch so die Zahlungsunfähigkeit des eigenen Landes verhinderte, da ändert China seine Währungspolitik, obwohl es noch im vergangenen Jahr hieße, dass so etwas nur in ganz kleinen Schritten vonstattengehen kann.

Stärken möchte man den Yuan und dafür wurde bereits einiges getan. Rund 67.000 chinesische Unternehmen durften bereits seit letztem Jahr mit dem Yuan international handeln. Kleine Schritte indes sehen anders aus.

Aber was ist es nun, was China präsentiert? Vielleicht weiß es China nicht einmal selbst. Fakt ist aber wohl, dass der Schritt hin zum Kapitalismus, Einschnitte in den Kommunismus mit sich bringt, aber sie werden in naher Zukunft wohl nicht so weit gehen, dass die Menschen bei Facebook ihr Profil einstellen dürfen.

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