Nach dem Studium als Expat nach China
China und generell Asien ist sicherlich für viele Studierende eine Region, die nicht nur für Urlaube während der Semesterferien, sondern auch als berufliche Station durchaus in Frage kommt. Genauso ging es auch Jan, der schon 2005 während seines Studiums der Medienwirtschaft an einer Kölner Fachhochschule von dem Land und seinen beruflichen Möglichkeiten begeistert war. Denn im Unterricht kam man kaum an den Ländern in Fernost vorbei. Zahlreiche Referate beschäftigten sich mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht und den Vorteilen aber auch Gefahren des rasanten Wachstums.
Nachdem Jan sein Medien Studium, damals noch mit Diplomabschluss, zur Hälfte absolviert und damit das Vordiplom in der Tasche hatte, entschied er sich, ein halbes Jahr ein Praktikum bei einer chinesischen TV-Produktionsfirma zu machen. Er hatte sich zwar auf vieles vorbereitet, aber sicherlich nicht darauf, dass er als neuer Praktikant direkt zum Leiter des „International Office“ der Firma gemacht werden würde. Dass dieses Office nur für ihn intern gegründet wurde und er der einzige Mitarbeiter war, störte die Chinesen nicht. Sie wollten sich mit dem neuen europäischen Mitarbeiter ein internationales Gesicht zulegen. So kam es, dass Jan sehr interessante und lehrreiche sechs Monate verbrachte.
Nach dem Abschluss des Studiums entschloss sich der frischgebackene Medienmanager, seine Koffer zu packen und einen festen Job in Shanghai anzunehmen. Nebenbei wollte er noch einen Fernstudium Master machen, so dass er sich für eine eventuelle Rückkehr nach Deutschland noch akademisch weiterbilden konnte. Aus dem Fernstudium wurde nichts, allerdings ist Jan nach mittlerweile 4 Jahren in Shanghai der Leiter zweier Abteilungen und berät unter anderem deutsche Konzerne bei Marketingaktionen in China. Sein Job macht ihm nach wie vor viel Spaß, auch wenn er manchmal die deutsche Heimat und seine Freunde vermisst. Aber durch die lange Zeit in China hat er sich mittlerweile einen neuen, China-bezogenen Freundeskreis aufbauen können. Ich würde diesen Schritt jederzeit wieder tun und auch jeden dazu ermutigen, ein paar Jahre in diesem Land zu arbeiten, lautet daher sein Fazit.
