Taiwan – Insel der Gegensätze
In Taiwan treffen Technologie und Tradition auf einander. In der Hauptstadt Taipeh stehen buddhistische Tempel direkt neben Einkaufzentren, und spiegeln so die Gegensätze des modernen Taiwan wider. Auf der Insel mit 23 Mio. Einwohnern lebt die chinesische Kultur, wo sie anderenorts verdrängt oder vergessen wurde. Sei es die klassische chinesische Oper, die als „Peking Oper“ in Taiwan gepflegt und weiterentwickelt wird, Kalligraphie und Kunst vergangener Dynastien, oder das Festhalten an den alten chinesischen Schriftzeichen („traditional chinese“): Taiwan bewahrt kulturelle Güter und Werte, die vom Vergessen bedroht sind.
Doch nicht nur kulturell hat Formosa, „die schöne Insel“, wie sie von den portugiesischen Seefahrern getauft wurde, einiges zu bieten. Eine besondere Attraktion für Touristen stellen die zahlreichen Nachtmärkte dar, auf den nahezu alles feil geboten wird. Hier finden sich auch besondere kulinarische Genüsse, wie etwa die Jiaotsu, mit unterschiedlichen Zutaten gefüllte Maultaschen, die für jeden Taiwan-Besucher ein Muss darstellen. Für das Essen muss man in Taiwan nicht tief in die Tasche greifen. So kostet ein typisches chinesisches Frühstück ca. 50 Taiwan-Dollar (NTD), was ca. 1 Euro entspricht. Mittagessen sind in der Regel für 150 NTD zu haben. Gaumenfreude und freundliche Bedienung inklusive.
Taiwans Natur bietet ein abwechslungsreiches Bild. Auf dem kleinen Inselstaat finden sich traumhafte Buchten und langgestreckte weiße Badestrände an azurblauem Wasser ebenso wie 4.000 Meter hohe Berge und dichter Amazonenwald. Die tropischen und subtropischen Klimazonen auf Formosa bieten einen idealen Nährboden für eine äußert vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Besonders für die zahlreichen Vogel- und Schmetterlingsarten ist die Insel berühmt.
Die taiwanische Architektur setzt Maßstäbe, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn neben den traditionellen Bauten und Tempeln, die mit liebevoller Gestaltung und Verzierung im Detail überzeugen, findet sich in der Hauptstadt auch das mittlerweile zweithöchste Gebäude der Welt. Der „Taipei 101“, benannt nach den 101 Stockwerken, bietet als Bürogebäude und Einkaufszentrum von seiner Spitze aus einen unvergleichlichen Blick auf die von Bergzügen umgebene Stadt. Besonders am späten Nachmittag, ca. 1 Stunde vor Sonnenuntergang, ist ein Besuch des Wolkenkratzers empfehlenswert, um die besten Sicht- und Lichtverhältnisse zu genießen.
Wer eine Reise nach Taiwan plant, der findet im Internet zahlreiche Reiseberichte und Travelguides. Speziell das in Frankfurt angesiedelte Taipeh Tourismusbüro bietet umfangreiches Informationsmaterial für Asieninteressierte. Die beste Reisezeit ist der Frühling in den Monaten März bis Mai. Zu dieser Zeit ist es auf der Insel bereits angenehm warm, aber noch nicht zu heiß, und die Flüge sind in der Regel etwas günstiger als während der Hauptsaison. Das Motto der taiwanesischen Tourismusorganisation lautet „Touch your Heart“, und diesem tragen die Einwohner mit ihrer Gastfreundschaft deutlich bei. Wer Taiwan einmal besucht hat, ist meist fasziniert und bewegt zugleich, und kommt in der Regel auch ein zweites mal wieder.
