China, faszinierendes Reiseland und Wirtschaftsgigant. Alles zu China und zur Reise nach China

China und Doping


2008 ist es so weit, die olympischen Spiele finden in China, genauer gesagt in Peking, statt.

Ist das Thema Doping im Sport schon durch die Tour des France in aller Munde, verstärkt sich das Misstrauen bei Spielen in China noch. Sind doch gerade chinesische Spitzensportler in der Vergangenheit immer wieder unangenehm aufgefallen.

Erste Schritte gegen Dopingmissbrauch wurden nun kürzlich auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Madrid beschlossen. Ein neuer Codex soll Manipulationen erschweren und drastischere Strafen für Verstöße festlegen. Allerdings treten diese Maßnahmen erst 2009 in Kraft, also lange nach den olympischen Spielen.

Dennoch wird die Hoffnung auf ein dopingfreies Sportevent noch nicht aufgegeben. Der international renommierte Toxikologe und Doping-Forscher Prof. Klaus Müller aus Leipzig soll erst kürzlich gesagt haben, er hätte die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Chinesen gegenüber ihrer früheren Verhaltensweise gemerkt haben, dass es so nicht weitergeht, und dass sie es jetzt selber ernst nehmen.

Die Erkenntnisse der vergangenen Jahre lassen an dieser Aussage allerdings zweifeln, haben Dopingfahnder doch erst letztes Jahr in der nordost-chinesischen Provinz Liaoning reiche Beute in einer Jugend-Sportschule gemacht. Dort lagerten 141 Flaschen mit Steroiden und weitere Medikamente.

Vor den olympischen Sommerspielen 2000 gab es eine wahre Fluchtbewegung chinesischer Schwimmerinnen, als sie von verstärkten Dopingkontrollen erfuhren.

Ein gutes Beispiel war auch der Langlauf-Trainer Ma Junren, der Ende der 90er Jahre erst sämtliche Rekorde brach, dann aber seine komplette Mannschaft wegen Dopings disqualifiziert wurde.

Um solche Skandale in 2008 zu verhindern, hat jetzt die Chinesische Anti-Doping-Agentur Cada in Peking ihre Arbeit begonnen. 4500 Dopingtests sollen nach Plänen des Internationalen Olympischen Komitees durchgeführt werden. Zusätzlich zu den chinesischen Kontrolleuren werden ausländische Spezialisten hinzugezogen um Manipulationen im Keim zu ersticken.

Aufgrund des übermächtigen Staatsapparates in China bestehen aber immer noch Zweifel daran, dass diese Maßnahmen die nötige Wirkung zeigen werden.

Ein großes Problem stellt dabei auch der wachsende chinesische Markt für Dopingmittel und Designerdrogen dar. Der Umsatz dieser Brache ist in den letzten Sieben Jahren von 22 auf 67 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Gerhard Zirkel

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